Erscheinungsjahr: 2021
Preis damals: 17,95 €
Steineanzahl: 302
Es wird mal wieder Zeit für etwas Klasse
Ich zeige hier ein weiteres Modell, auf das ich, seit der Ankündigung bei Bluebrixx, schon sehnsüchtig gewartet habe. Zum einen herrscht bei mir trotz allem ein kleiner Sammeltrieb, was die deutschen Feuerwehrmodelle von Bluebrixx betrifft und zum anderen finde ich die historischen Modelle dann doch ziemlich interessant. Außerdem liegen braune Leiterteile bei – das ist dann doch schon eine eher seltene Farbe in der Lego-Welt.
Der Bau
Auch diesmal kommt wieder ein ganzer Haufen Tüten dichtgepackt im schmucklosen braunen Karton an. Es lagen in einem Extra-Tütchen drei 1x1 Round Plates in Trans-Clear bei, welche wohl die Round Plates mit Loch ersetzen sollen, welche in den anderen Tüten verpackt waren. Wer bereits die klassische Drehleiter von Bluebrixx gebaut hat, wird hier viele Gemeinsamkeiten erkennen. Allerdings gibt es hier und da gewisse Unterschiede, die bereits beim Fahrgestell zu finden sind. So ist die graue Aufliegefläche eine Noppe breiter, was durch eine 1x6 Tile umgesetzt wird, welche nur durch zwei Gleitschuhe von unten befestigt wird. Auch wenn ansonsten die Klemmkraft der Steine absolut in Ordnung ist, klemmen die Gleitschuhe leider weniger fest, wodurch diese Tile eher locker sitzt und leicht durch unachtsame Berührungen abfällt. Das kann im weiteren Bau ärgerlich sein, da man doch das Modell mehrfach drehen und wenden muss. Allerdings kann man die Tile auch am Schluss wieder leicht befestigen.
Ansonsten bietet der Bau der Front und des Fahrerhauses keinerlei Überraschung, wen man bereit die klassische Drehleiter kennt. Damit zeigen sich auch hier dieselben Mängel, da wieder der Boden der Kabine mit mehreren 1x2 Jumpern gebaut wird, ohne dass ersichtlich wird, wieso man ganze 12 Stück davon benötigt. Wo allerdings bei der Drehleiter die Klemmkraft der Jumper noch deutlich geringer war, sodass diese von außen betrachtet meist nicht gleichmäßig auf einer Linie waren, klemmen sie hier so gut, dass man sie leicht passend ausrichten kann.
Auch die Hebel klemmen deutlich besser in den Halterungen und führen kein Eigeneleben mehr. Bei einem hatte ich allerdings zunächst Mühe, diesen tatsächlich in die Halterung zu bekommen. Ansonsten ging der Bau zügig voran und die Anleitung gibt sich keine große Blöße, auch wenn an zwei Stellen nicht genau gezeigt wurde, wie die Steine geklemmt werden sollten, was nach kurzem Überlegen dann aber gelöst werden konnte. Der hintere Aufbau wird massiv gestaltet und auch die Leiterteile klemmen zufriedenstellend fest in der vorgesehenen Aufnahme.
Im Set liegen diesmal anscheinend wieder Steine von verschiedenen Herstellern vor. So sind zum Beispiel Tiles vorhanden, welche keine Nummer auf der Unterseite besitzen und es gibt wieder erkennbare verschiedene Rot-Töne bei verschiedenen Teiletypen, welche aber diesmal nicht so stark ausgeprägt sind, dass sie diesmal tatsächlicher eher auf dem zweiten Blick bzw. bei genauerer Betrachtung im Nahem auffallen.
Leider lag in meinem Set ein Fehlguss bei, der ein wesentliches Teil betraf und zusätzlich fehlte ein weiteres. Dies betraf einen Brick modified in der Motohaube, dessen Fehlen ich aber noch durch die Abdeckung kaschieren konnte (wobei man in den kommenden Bildern sehen wird, dass sich dort der Grill leicht eindrücken lässt). Das Fehlen des anderen Brick modified wird man auf der Beifahrerseite bemerken, da er nicht nur einen Teil der Kabine bildet, sondern auch einen Jumper aufnehmen sollte.
Die Reifen drehen übrigens bei dem mir vorliegenden Set eigentlich alle einwandfrei. Allerdings schleifen sie, wenn man sie in die Vorderachse einbaut, anscheinend an den dortigen Kotflügeln, sodass das Fahrzeug insgesamt leider nicht ganz flüssig fährt.
Das fertige Modell
Es handelt sich bei der originalen Vorlage wohl um einen Magirus-Deutz 150 D 10 A. Verschiedene Details beim Modell erleichtern die Wiedererkennung:
- Die Eckhaube und die vorderen eckigen Kotflügel sind prägende Merkmale der Fahrzeuge von Magirus-Deutz in der Ära.
- Der geschlossene Aufbau sowie die Details am Heck (Nachfüllstutzen auf dem Dach, geschlossener runder Service-Zugang im Heck) identifizieren es als Tanklöschfahrzeug (wahrscheinlich TLF 16/24).
- Auch die leichte Schräge am Heck ist ein typisches Erkennungsmerkmal.
Insgesamt hat der Designer sehr gute Arbeit bei der Umsetzung geleistet. Die Wiedererkennung ist gegeben. In der Front ergeben sich Abweichungen zu Original durch die gerade Ausführung der Motorhaube. Auch ist die Aufhängung der Scheinwerfer baubedingt wieder nur leicht schräg möglich.
Von der Seite betrachtet sind wesentliche Merkmale eingefangen. So wird mit der Stange unter der Kabine zumindest einer der eigentlich drei vorhandenen Saugschläuche je Seite angedeutet. Die Ära der Rollläden war in den 60ern noch weit entfernt, sodass hier richtigerweise Türen den Zugang zu den Geräten freigeben, auch wenn sie hier baubedingt kleiner, als im Original ausfallen. Die Dachreling wird durch die verwendeten Teile nicht originalgetreu wiedergegeben, allerdings gibt es auch keine Teile, mit denen man dies in diesem Maßstab besser umsetzen könnte.
Unter Verwendung der Standardsteine finde ich das Heck sehr gelungen. Fast alle Details vom Original sind hier umgesetzt, wenn auch nicht unbedingt Maßstabsgetreu. Die Klammern sollen die Trittmulden darstellen und stehen eigentlich zu weit hervor. Der runde Deckel, der wohl den Wartungszugang zum Tank darstellen soll, steht leider etwas über, was in dieser Bauweise nicht besser lösbar war.
Auf dem Dach sind die wichtigsten Merkmale – Holzleiter und Reserverad – umgesetzt. Allerdings müsste die Leiter wohl weiter in Fahrtrichtung rechts liegen. Zumindest liegt sie dort bei den Fahrzeugen, zu denen ich noch Bilder gefunden habe. Die mittige Anordnung ist wohl darin begründet, da sonst die Blaulichter im Weg sind. Für den Maßstab ist die Leiter übrigens zu groß dargestellt, wobei eine kleinere Umsetzung mit den Standardteilen nicht möglich ist. Das Reserverad ist übrigens das einzige Rad, was gut getroffen ist. Die anderen Reifen sind für den Maßstab wieder mal zu breit und besitzen für einen Allradlaster zu der Zeit das falsche Profil.
In der Kabine ist nur das nötigste dargestellt. Außer einem (leicht zu großem) Lenkrad ist nur ein Schalthebel und das mittlere Armaturenbrett angedeutet. Wieder fehlen sämtliche Sitzgelegenheiten.
Fazit
Einiges an diesem Modell stellt mich insgesamt zufrieden. Da wäre die deutlich gestiegene Teilequalität, welche nun von befriedigend bis gut reicht und die bessere Umsetzung der Orginal-Vorlage. Aber auch ein paar Design-Umsetzungen bei der Front finde ich immer wieder interessant umgesetzt, auch wenn das Modell insgesamt keine besondere Bauherausforderung (im negativen, wie im positiven) darstellt.
Negativ anzumerken sind die leider immer noch vorhandenen Farbunterschiede beim Rot und ein paar Designmängel, welche in diesem Maßstab auffallen. So sind die Reifen zu breit und der Innenraum der Kabine ist kaum ausgebaut.
Als Ersatzteile bleibt nicht viel übrig. Den Jumper und die Käseecke konnte ich, wie oben beschrieben, wegen eines Fehlteils nicht verbauen.