Erfolg der ausgefeilten Sets und MOCs im Vergleich

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Der Steinraabe
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Erfolg der ausgefeilten Sets und MOCs im Vergleich

Beitrag von Der Steinraabe »

Ich war vorletzte Woche auf einem Community Treff, der zufällig bei mir im Dorf (!) statt fand (jemand aus der Steineloge zufällig hier im Forum?)
Dort hatte ich ein interessantes Gespräch mit einem Afol, der das Ganze Hobby schon ein paar Jahre betreibt. Und er hatte einen interessanten und ein bisschen deprimierenden Gedanken:
Die Alternativen Hersteller bedienen inzwischen "alle" die Themen , die Erwachsene interessieren. Und machen dies mit teilweise imposanten Sets (z.B. Burg Blaustein oder Astronmomenserie). Das heißt man kann sich sehr komplexe, große und erwachsene Sets kaufen und zu Hause hinstellen.
Ist man nun selbst MOCer und stellt aus, so war früher doch sehr klar: Alles, was steht und ausgestellt wird, ist "selbst" erdacht und gebaut. Heute weiß der Zuschauer nicht mehr, ob oder ob er/sie nicht ein gekauftes Set sieht. Und das nimmt doch etwas von der Stimmung: Die Burg ist ja ganz toll (man hat daran 100h + gebaut). Aber kennen sie die Burg Blaustein mit Drölf Erweiterungen?
Ich hatte einen kleinen Limesturm auf dem Treffen dabei. Da wurde ich auch gefragt: Ist der gekauft oder selbst gebaut? Könnte ich jetzt als Kompliment nehmen. Aber selbst Afols sind sich nicht mehr sicher.

Als weiteren Aspekt kommt hinzu, dass man online mit so dermaßen krassen Projekten konfrontiert wird, dass man die "einfachen" MOCs nicht mehr ganz so zu bewundern weiß. Weil da halt der Lego Masterbuilder, der das Hauptberuflich macht, Sachen zeigt und Bautechniken verwendet, die Otto Normalmocer nicht so beherrscht.

Findet ihr, es war früher einfacher, Andere von den eigenen MOCs zu begeistern? Oder ist es heute einfacher, denn man kann viel mehr Inspiration finden? Wird man heute mehr verglichen und hat es schwerer? Oder bringt die Öffentlichkeit viele Neue Ideen und Menschen an das Hobby heran?
(Sidequest: Musste man früher kreativer sein, um Dinge zu erschaffen? Oder kann man heute kreativer sein, weil es sooo viel mehr Streine und Varianten gibt?)
Wer mich hören und meine Bauten sehen will, darf hier vorbei kommen: https://www.youtube.com/channel/UC0MFj0 ... 6B_sEpGv8A
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caliban
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Re: Erfolg der ausgefeilten Sets und MOCs im Vergleich

Beitrag von caliban »

Ich würde einwenden, dass nicht nur die Alternativen Erwachsenen-Sets bedienen, Lego macht dies schließlich auch nicht erst seit gestern, sich gezielt an das kaufkräftige Publikum zu wenden. Auch hier steigt immer mehr die Anzahl der Sets. Und wurden sie nicht letztlich durch die Afols dazu getrieben, mit den Ideas Einreichungen? Also auf Themen zu setzen, die eben die MOCer begeistert?

Man fällt bestimmt nicht mehr so leicht auf und die Grenze zwischen MOC und Set ist sicherlich schwieriger zu erkennen, weil entweder die Chinesen einfach MOCs übernehmen oder eben aktiv Kooperationen eingehen.

Und die Szene auf den Ausstellungen ist sicherlich auch nochmal eine andere Hausnummer, weil sich hier immer mehr über die Zeit professionalisieren und stärker zusammen arbeiten - Internet sei dank.

Ich finde, da muss man sich nicht so runterziehen lassen. Es gibt halt ständig neue Teile und damit neue Bautechniken. Das macht es doch spannend. Ist doch schließlich kein Wettlauf.
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caliban
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Re: Erfolg der ausgefeilten Sets und MOCs im Vergleich

Beitrag von caliban »

Ich meine, wenn man auffallen will, sollte man vielleicht nicht die x-te Burg bauen, sondern sich ein Nischenthema suchen. Feuerwehr zum Beispiel. ;)
Der Steinraabe
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Re: Erfolg der ausgefeilten Sets und MOCs im Vergleich

Beitrag von Der Steinraabe »

caliban hat geschrieben: 20. Januar 2026 14:02 Ich meine, wenn man auffallen will, sollte man vielleicht nicht die x-te Burg bauen, sondern sich ein Nischenthema suchen. Feuerwehr zum Beispiel.
Oder Steampunk? Aber das ist auch Grad voll der Hype. Und nur Mitläufer würden da mein MOC anfangen.

Aber ernsthaft: ich sehe das gar niyso negativ. Denn ich bin ja wegen der alternativen Szene zu diesem Hobby gekommen. Ich fand aber den Aspekt an sich interessant!
Wer mich hören und meine Bauten sehen will, darf hier vorbei kommen: https://www.youtube.com/channel/UC0MFj0 ... 6B_sEpGv8A
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Dorothea Williams
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Re: Erfolg der ausgefeilten Sets und MOCs im Vergleich

Beitrag von Dorothea Williams »

caliban hat geschrieben: 20. Januar 2026 14:02 Ich meine, wenn man auffallen will, sollte man vielleicht […] sich ein Nischenthema suchen. Feuerwehr zum Beispiel.
Unbedingt. Wir brauchen mehr und vor allem qualitativere Feuerwehr-MOCs. Wenn ich doch nur selbst auch Feuerwehr-MOCs bauen und somit etwas beisteuern könnte. Ach, es ist schon ein Graus mit den eigenen (Un)Fähigkeiten.
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5N00P1
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Re: Erfolg der ausgefeilten Sets und MOCs im Vergleich

Beitrag von 5N00P1 »

Das Internet und auch Alternativen schaffen Chancen und schränken sie auch gleichzeitig ein. So ist es nun mal. Natürlich muss ich mich mit einer Blaustein vergleichen oder auch den Star Wars riesen MOCs bzw Sets. Dafür ist die Teileorganisation oder auch Koordination einfacher.
Ich denke es hält sich am Ende die Waage.
Ja mit einem 08/15 MOC gebaut aus deinem Teilevorrat kommst du nicht mehr weit. Auf der anderen Seite sehe ich auch genug kleine Sachen die Aufmerksamkeit bekommen.
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Michael
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Re: Erfolg der ausgefeilten Sets und MOCs im Vergleich

Beitrag von Michael »

Dorothea Williams hat geschrieben: 21. Januar 2026 16:22 Wenn ich doch nur selbst auch Feuerwehr-MOCs bauen und somit etwas beisteuern könnte.
Aber du hast doch neulich so ein Ding gebaut?

Feuerwehr macht auf jeden Fall viel spass.
Kann man genug Züge haben?
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Dorothea Williams
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Re: Erfolg der ausgefeilten Sets und MOCs im Vergleich

Beitrag von Dorothea Williams »

Michael hat geschrieben: 21. Januar 2026 16:49 Aber du hast doch neulich so ein Ding gebaut?
Ach ja, stimmt.
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BumBum
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Re: Erfolg der ausgefeilten Sets und MOCs im Vergleich

Beitrag von BumBum »

Ich bewundere MOCs auf Austellungen immer noch ganz gerne, aber ein wenig hast schon recht. Was Mittelalter und Star Wars angeht ist mittlerweile mit u.a. der Burgblaustein oder anderen tollen großen Setumsetzungen/kaufbaren MOCs doch eine "Konkurrenz" da. Aber einem eigenen MOC sieht man doch immer die Individualität an und man hat doch immer viele schöne Details die einen fesseln können. Aber generell erfreut man sich dann auch über tolle MOCs die nicht so präsent sind - Space ist auf dem Kaufmarkt ja nicht wirklich vorhanden, belebte Städte gehen immer und Microscale ist für mich auch immer richtig erfrischend!
klabauteritis
MOD-Tüftler
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Re: Erfolg der ausgefeilten Sets und MOCs im Vergleich

Beitrag von klabauteritis »

Hallo zusammen,

bin spät dran, will aber nochmal auf den erste Post eingehen:

1. Viele Steine vs. Kreativität
Viele Steine ermöglichen smoothe Oberflächen, aber wenns MOCen primär darauf beruht, zu wissen, was wäre der beste Stein und wo bekomme ich ihn her, ist das eher eine Wissens- und Logistikfrage und kein besonders kreativer Prozess. Mich reizt daher der Micropolis-Maßstab. Der begrenzt die einsetzbaren Steine massiv. Keine Minifig-Utensilien, keine Dekosachen, keine Figuren, keine Tiere, nur 1x1 bis 1x4 in allen Varianten.

2. Früher war es einfacher, zu begeistern
a. Professionalisierung
Aus meiner Sicht, sind immer mehr Kleinstbereiche der Gesellschaft professionalisiert. So auch die MOCer-Szene, wo viele das mittlerweile mindestens nebenberuflich betreiben. Das ist wie auf Youtube, Insta o.ä., wo man gegen technisch gut ausgestattete, rhetorisch trainierte, aufnahmegeübte Menschen nicht mehr anstinken kann. Deshalb hab ich seit Facebook vor über 10 Jahren nie wieder ein Bild oder Video aus Social Media hochgeladen, weil ich damit ja zeigen würde, dass ich das höchstens mittelmäßig kann. Auf Arbeit wurde mir für ein richtig aufwändiges Videoprojekt von Kollegen rückgemeldet, das ginge doch professioneller... Da verliere ich die Motivation. Das MOCen mach ich für mich und freue mich über die Wertschätzung hier im Forum, aber auf Insta geht das nicht.
b. Sehgewohnheiten
Da sind wir dabei, dass die Sehgewohnheiten der Menschen heute so stark auf professionell durchgeplante und designte Inhalte geprägt sind, dass wir da abgestumpft sind. Da kann ein MOC noch so spektakulär sein, es gibt immer noch was spektakuläreres. Und KI ermöglicht nun natürlich noch jeder unausgereiften Idee dazu, professionell bebildert ins Internet zu kommen. Es sit nur ne Frage der Zeit, wann du ein MOC von einem KI-generierten MOC-Bild nicht mehr zu unterscheiden sein wird, ggf. nur noch an meiner schlechten Kameraführung... Kein Pessimismus hier, stört mich alles nicht, aber ist ne Erklärung für deine Beobachtung.
c. Reizüberflutung
Wir werden ständig von allen Seiten bombardiert mit Eindrücken von allen Seiten. Dass dann ein 500-Stunden-MOC keine besondere Ausmerksamkeit mehr auf sich zieht, ist nicht verwunderlich.
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